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| Lebensmittelindustrie: Bei Kosten- und Preisdruck keine Entwarnung in Sicht |
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Die aktuell vorliegende Analyse der Verbraucherpreise für September 2008 zeigt bei vielen Indexpositionen eine moderate Entspannung gegenüber dem Vorjahr. Diese Momentaufnahme ist aber für das Gesamtbild aus Sicht der österreichischen Lebensmittelindustrie nicht repräsentativ. „Für viele Unternehmen ist das Wirtschaftsklima weiterhin kühl. Sie spüren den Gegenwind sowohl von den Beschaffungs- als auch von den Absatzmärkten. Die dunklen Wolken der weltweiten Wirtschaftskrisen machen auch vor unserer Branche nicht halt. Die Diskreditierung der Lebensmittelbranche als Inflationstreiber im Rahmen des Vorwahlkampfes hat zusätzlich zur Eintrübung des Klimas bei den Erzeugern von Lebensmitteln und Getränken beigetragen.“, so Michael Blass, Geschäftsführer im Fachverband der Lebensmittelindustrie. Dabei spüren gerade die Hersteller von Lebensmitteln und Getränken auch im vierten Quartal 2008 den anhaltenden Druck: Signifikante Preissteigerungen bei Energie, Transport, Verpackungen und bei vielen Rohwaren - z.B. Erdbeeren, Himbeeren, Feldgemüse, Braugerste, Hopfen usw. – verursachen große Unsicherheit auf den Märkten. Ein gutes Beispiel dafür bildet das Braumalz, das aus Qualitäts-Braugerste hergestellt wird. Es ist der wichtigste Rohstoff für die Brauereien und ist nach der katastrophalen Ernte 2007 heuer ausreichend und in sehr zufriedenstellender Qualität verfügbar. Allerdings liegen die Vorkontraktpreise für das Jahr 2009 wieder deutlich über dem Niveau dieses Jahres. Dazu kommen auch bei der Malzerzeugung die gestiegenen Energiekosten, sodass die Braumalz-Kosten des nächsten Jahres kräftig um bis zu 20 % steigen werden. Um die Versorgung mit diesem für die Biererzeugung so wichtigen Rohstoff sicherzustellen, haben viele Brauereien jedoch bereits längerfristige Verträge auf einem höheren Preisniveau abgeschlossen. Aufgrund dieser längerfristigen Verträge verändern die Preisrückgänge der letzten Wochen die gesamten Rohstoffbeschaffungskosten nicht mehr wesentlich.
Oft werden daher weitere Preisanpassungen über kurz oder lang nicht zu vermeiden sein. Die Spannweite der betroffenen Produkte reicht von Erzeugnissen der Obst- und Gemüseveredelungsindustrie bis zum Bier oder zum beliebten Klassiker Inländerrum, der schon seit vielen Jahren aus Rohzuckermelasse hergestellt wird und ebenfalls unter der internationalen Rohstoffpreishausse leidet. Blass: „Auch wenn die Unternehmen durch interne Maßnahmen bemüht sein werden, diese Kostenentwicklung teilweise aufzufangen, so ist nicht zu erwarten, dass diese Vielzahl an Kostensteigerungen durch interne Einsparungen abgedeckt werden kann. “Das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung verlangsamt sich jedenfalls. Die durch die internationalen Finanzturbulenzen ausgelöste Vertrauenskrise ist für Expansion und Innovation in der Lebensmittelindustrie nicht förderlich. Zusätzlich wirkt der schwache Dollar auf den wichtigen Exportmärkten weiterhin als Bremser.
Dr. Michael BLASS, Geschäftsführer des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie; Josef DOMSCHITZ, Referent im Fachverband der Lebensmittelindustrie; Tel.: +43(0)1 712 21 21 – 16; e-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können.
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